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Fachtagung: Mittelalterliche Wandmalereien

 Demerthin war, wie viele Dörfer in der Prignitz, bis 1945 über Jahrhunderte lang geprägt durch die Gutsherrschaft. Seit der Zeit schon vor 1438 lag das Gut in der Hand der Familie von Klitzing, die 1604 das Schloss so errichten ließ, wie es auch heute noch – zumindest von außen – in Erscheinung tritt. Als Patronatsfamilie waren die Klitzings für die Dorfkirche und damit auch für die Entstehung der spätmittelalterlichen Wandmalereien in der Kirche verantwortlich. Nachkommen der Familie, vereint im v. Klitzing‘schen Familienverein, haben unlängst eine Dokumentation und Publikation über diese Wandmalereien initiiert und zusammen mit dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V. und der Studienstiftung Dr. Czubatynski ermöglicht. Die Herausgabe der Broschüre „Die spätmittelalterlichen Wandmalereien in der Dorfkirche zu Demerthin“ im Lukas Verlag gab den Anstoß für diese Fachtagung. Aus Anlass der Tagung soll auch das Schloss Demerthin erneut in den Blick genommen und auf eine noch immer ausstehende, angemessene Nutzung hingewiesen werden.

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In zahlreichen Kirchen Nordost- und Mitteldeutschlands finden sich bedeutende Wandmalereien aus mittelalterlicher Zeit. Kaum eine Kunstgattung ist in ähnlichem Umfang erhalten, blieb aber großenteils unbekannt. Zyklen wie der jüngst durch eine Publikation in den Fokus gerückte in der Dorfkirche zu Demerthin (spätes 15. Jh.) zeugen von der ikonographischen und künstlerischen Vielschichtigkeit; sie haben für die kunst-, landes- und frömmigkeitsgeschichtliche Forschung viel zu bieten. In der Tagung werden ausgewählte und großenteils unbekannte Wandmalereien vorgestellt. Neben Berichten aus laufenden Forschungs- und Erfassungsprojekten wird auch die Erhaltung und Konservierung der Wandmalereien ein wichtiges Thema sein.

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Geschrieben von Grünewald am 14. May 2015 | Abgelegt unter 3.2. Erschließung einer Kirche,Beiträge | Keine Kommentare

Kapernaum Kirche, 1961, Hamburg-Horn

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Die Kapernaum Kirche in Hamburg-Horn, die nach ihrer Entwidmung in eine Moschee verwandelt werden soll, gerät hierdurch wieder in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Diese Entscheidung lag allerdings nicht mehr in den Händen der Gemeinde, die den Grundstück bereits 2005 an einen Kaufmann verkauft hatte, der hier altersgerechte Wohnungen und einen Kindergarten bauen wollte. Nachdem diese Pläne verworfen wurden, stand die Kirche wieder lange Zeit leer.

Die Kirche ist nicht mehr kirchenpädagogisch zu bespielen. Doch können Kirchenpädagogen und Kirchenführer durch eine Analyse des 1961 von Otto Kindt (1909-2006) gebauten Gotteshauses die 1960er Jahre besser verstehen. Kirche und Turm bestehen aus einem Rahmen von Betonelementen, deren Zwischenflächen mit Backstein gefüllt sind. Ein Merkmal vieler Kirchen dieser Zeit sind die großen Flächen, die weder durch Ornament noch Öffnungen unterbrochen werden. In dieser Hinsicht setzen sie die Strömungen fort, die die Neue Sachlichkeit bereits vor dem Zweiten Weltkrieg geschaffen hatte, jedoch im Dritten Reich unterbunden wurden.

Ein weiteres Merkmal der frühen 1960er Jahre sind die Fenster, die erst sehr hoch über den Köpfen der Kirchgänger ansetzen. Immer wieder gibt es bunt-farbige Fenster von wunderbarer Komplexität und Ikonographie, die jedoch keinen Blick in die Außenwelt erlauben. Ikonographisch-theologisch gesehen betont diese Gestaltung den Bezug auf den Himmel und auf die Grundsätze des Glaubens, eine Betonung, die vielerorts im Nachkriegsdeutschland zu finden ist. Am Beispiel der Kapernaum Kirche sieht man wie der hohe “Himmelsband”, der um die Kirche läuft, hinter dem Altar zum Boden herunter gezogen ist, dem Ort, an dem Gott sich Menschen in Form des Abendmahls begegnet (s. Bilder oben).

 

kapernaum-fenster-web-dsc02.jpg Ein weiteres Merkmal der frühen 1960er Jahre ist die völlige Ablehnung herkömmlicher Formen. Von besonderer Bedeutung in der Kapernaum Kirche ist die Verwendung des Rhomben. Durch die gesetzten Betonelementen sind Hunderte von Mini-Bildern entstanden, ein jedes welches allein für sich bestehen könnte.

kapernaum-fenster-2-web-dsc.jpg Schaut man ikonographisch auf kleinere Gruppen der Teilfenster, entstehen Aussagen über die christlichen Inhalte. Hier sind unschwer der Eingang zum Grab zu erkennen wie auch die darüberliegende Kuppel, die für den christliche Kirche steht.

Siehe im Vergleich hierzu die Christus-Kirche in Berlin-Kreuzberg.

Geschrieben von Grünewald am 14. February 2013 | Abgelegt unter 1961 Kapernaum | Keine Kommentare

St. Johannis, Berlin-Moabit, 1832-1935

Nach einem Entwurf von Karl-Friedrich Schinkel wurde die St. Johannis-Kirche als einschiffige Hallenkirche gebaut; sie zählt zu den vier sogenannten Vorstadt-Kirchen Schinkels in Berlin. Die Schinkel Kirche erfuhr jedoch einschneidende Erweiterungen und Umbauten, so dass der Charakter als eine “Schinkel Kirche” von Kirchenpädagogen und Kirchenführern gesucht werden muss, bevor sie diese Wurzel erkennen können.

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Das heutige Erscheinungsbild der St. Johannis-Kirche, Berlin-Moabit
Fotos: Erika Grünewald

Geschrieben von Grünewald am 27. January 2013 | Abgelegt unter 1835 St. Johannis | Keine Kommentare

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