Radtouren

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Sechs Kirchen-Radtouren

Kirchen der Luckauer Niederlausitz

 

Die historische Kleinstadt Luckau liegt nur zwanzig Autominuten westlich des Spreewaldes, und trotzdem ist sie für die meisten Besucher der Region ein Geheimtipp. Wer jedoch einmal über den malerischen Marktplatz gegangen ist oder im mächtigen Schiff der Hallenkirche St. Nikolai gestanden hat, wird diese Eindrücke wohl nie wieder vergessen. Aber auch vor den Toren der Stadt gibt es Vieles, was eine Entdeckung wert ist und noch weitgehend im Verborgenen ruht.

So weist das Gebiet des ehemaligen Kreises Luckau eine ungewöhnliche Dichte von Kirchen auf. Fast jedes der oft sehr kleinen Dörfer besitzt seine eigene Kirche. Jeweils nur wenige Kilometer voneinander entfernt finden sich über 45 Kirchenbauten aus acht Jahrhunderten, von der Romanik bis zur Zeit des Jugendstils. Die Feldsteinbauweise überwiegt, aber auch Fachwerkkirchen sind vertreten. Besonders die sehr individuellen und auch wertvollen Ausstattungen geben jedem Kirchenraum sein eigenes Gesicht. Die Ortslagen sind eingebettet in eine historisch gewachsene Landschaft mit Wäldern, weiträumigen Wiesen-, Weide- und Ackerflächen sowie Heide- und Moorgebieten. Hier verläuft auch der Niederlausitzer Landrücken, ein eiszeitlicher Höhenzug, der dem gleichnamigen Naturpark seinen Namen gab und der Landschaft besonderen Reiz verleiht.

Für den „Förderkreis Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz e.V.“ lag es nahe, diese einzigartige Verbindung von gebauter Geschichte und Kulturlandschaft für Touristen erlebbar zu machen. Der regional arbeitende Verein nahm das brandenburgische Kulturland-Jahr 2005 mit dem Themenschwerpunkt „Christianisierung“ zum Anlass und hat ein Projekt entwickelt, das die Besucher auf eine Entdeckungsreise zu den denkmalgeschützten Kirchen mitnimmt.

Broschüre Radtour 1

Erarbeitet wurden sechs „KirchenRadtouren“, die dem Besucher die Region rund um Luckau erschließen und dabei alle Kirchen miteinander verbinden. Die Streckenführung erfolgt abseits der stark befahrenen Straßen und nutzt landschaftlich reizvolle Nebenwege. Da es sich um Rundtouren handelt, kann man mit dem Pkw an jedem beliebigen Ort einsetzen, sofern man die Räder dabei hat. Andernfalls besteht die Möglichkeit, ein Fahrrad bei den benannten Ausleihstationen zu mieten. Sehr gute Voraussetzungen für Radausflüge mit der Bahn bieten die Anschlussbahnhöfe an der Strecke Berlin – Dresden. Sie sind mit dem Regionalexpress bequem zu erreichen.

Die „KirchenRadtouren“ eignen sich besonders für Individualtouristen verschiedenen Alters und Familien mit Kindern. Deshalb gibt es auch entsprechende Hinweise auf Kinderspielplätze, Bademöglichkeiten sowie kleine Ausstellungen und andere Besonderheiten am Weg. Lohnende Aussichtspunkte laden zum Picknick ein. Auch Gasthöfe findet man mit Hilfe entsprechender Symbole. Angaben zu Entfernungskilometern, Abkürzungen und Anschlüssen an die benachbarten Kirchenradtouren unterstützen die individuellen Variationsmöglichkeiten. Außerdem sind für die größeren Dörfer kleine Pläne eingefügt, mit denen man sich im Ort selbst besser orientieren kann.

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Der Zugang zu den einzelnen Kirchen wird über Mitglieder der jeweiligen Kirchengemeinden ermöglicht, welche ehrenamtlich die Schlüssel verwalten. Ihre Adressen bzw. Telefonnummern findet man im Schaukasten oder an der Eingangstür der jeweiligen Kirche sowie als Download auf der Internetseite des Förderkreises unter „Radtouren/ Schlüsseladressen“. Außerdem wird künftig für jeden Kirchenbau ein Info-Blatt zu seiner Geschichte und Ausstattung erarbeitet, welches im Innenraum ausliegen und eine Führung ersetzen soll, die von den sehr kleinen Gemeinden nur in Ausnahmefällen angeboten werden kann.

Ergänzend dazu kann man sich je nach Interessenlage den hier ebenfalls vorhandenen Herrenhäusern und ländlichen Parkanlagen zuwenden und durchfährt viele historische Dorfkerne mit typischen Bauerngehöften. Auch letzte Zeugnisse der alten Mühlenkultur finden sich. Wählt man die Tour südöstlich von Luckau, wird man Zeuge der Sanierung ehemaliger Braunkohletagebaue und bekommt eine Ahnung davon, was Kohleförderung für diese Landschaft bedeutet hat. Seit einigen Jahren werden die Niederlausitzer Tagebaurestlöcher rekultiviert und geflutet. Von hier bis nach Sachsen erstreckt sich künftig die größte künstliche Seenlandschaft und damit die derzeitig größte Landschaftsbaustelle Europas – die „Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land“. Nur wenige Kilometer weiter westlich kann man zu gegebener Zeit Tausende von Kranichen beobachten, die hier im Spätsommer und Herbst einen der südlichsten Rastplätze Deutschlands haben.

Wem das alles aber schon zu weit führt, der hat bei fast 50 Kirchen reiche Auswahl, um mit dem Rad das ganze regionale Spektrum der ländlichen Kirchenbaukunst etwa ab dem Jahr 1200 bis zum 1.Weltkrieg zu „er-fahren“.

Wer sich für ein Wochenende zwischen Mai und Oktober entscheidet, kann die Radtour mit einem der Konzerte ausklingen lassen, die seit einigen Jahren in den Kirchen der Luckauer Niederlausitz ihren festen Platz haben und das kulturelle Angebot der Region erheblich bereichern (siehe Internetseite). Neben den Konzerten organisiert der Förderkreis auch Exkursionen und geführte Radtouren. Als „niedrigschwellige Angebote“ bieten sie eine gute Gelegenheit, die ungewohnte Kirchenatmosphäre zu „testen“ – und Viele kommen gern wieder, auch wenn sie keine typischen Kirchgänger sind.

Wir wollen auf diesem Weg der breiten Bevölkerung die Kirchen als schützenswertes Kulturgut nahebringen, auch wenn gerade hier in Brandenburg und nach 40 Jahren DDR die Kirchenferne deutlich spürbar ist. Im Zusammenhang mit unserer Arbeit nehmen wir aber ein wachsendes Interesse an den Bauten und auch ihren Inhalten wahr. Das ist ein erster Erfolg und lässt auf wachsende Akzeptanz gegenüber „Kirche“ hoffen. Außerdem entdecken zunehmend Besucher aus den westlichen Bundesländern unsere alten Kirchen mit großer Begeisterung, die dann auch die Wahrnehmung der Einheimischen positiv verändert.

Die „KirchenRadtouren“ werden gegen eine Schutzgebühr abgegeben. Der Verkaufserlös trägt zur finanziellen Unterstützung unserer Mitgliedskirchengemeinden bei, die nach wie vor bestrebt sind, alle ihre Kirchen zu erhalten und angemessen zu nutzen – auch wenn die Gemeinde in kleinen Dörfern mitunter aus nur 50 Christen besteht.

Jede der sechs Touren ist auf einem gedruckten Flyer ausführlich erklärt. Er enthält neben einer genauen Karte plus verbaler Wegbeschreibung alle bereits genannten Informationen und ist beispielsweise in Tourismus-Zentren, Kirchengemeinden und natürlich beim Förderkreis direkt (im Versand) erhältlich. Über weitere Vertriebsmöglichkeiten und Interessenten würden wir uns sehr freuen.

 Annegret Gehrmann, Vorsitzende des Förderkreises

Kontakt: Annegret Gehrmann, Kirchstr. 1, 15926 Langengrassau, Tel. 035454/ 393

 Broschüre Radtour 2 niederlausitz-radtour3_w.jpg Broschüren

 

Mail: info@kirchen-luckauer-niederlausitz.de

Aktuelle Veranstaltungen und weitere Infos zur Arbeit des Förderkreises unter:

www.kirchen-luckauer-niederlausitz.de

 

Geschrieben von admin am 31. March 2008 | Abgelegt unter Radtouren | Keine Kommentare