5. Ikonographie

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Synagoga und Ecclesia der Herz-Jesu-Kirche im Prenzlauer Berg

Kirchenpädagogen und Kirchenführer haben stets Schwierigkeiten mit Darstellungen der Synagoga und Ecclesia, da die Synagoga ab dem Ende des Mittelalters zunehmend negativer, judenfeindlicher porträtiert wurde. Dies war nicht immer so. Zu Beginn dieser Ikonographien erschienen die beiden Frauenfiguren als gleichberechtigte Geschwisterköniginnen.

Die Katholische Akademie Berlin bietet in Kooperation mit der Katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu nun einen Vortrag zu dem Thema an, und zwar am

Montag, 8. Juni 2015 um 20:00h in der Herz-Jesu-Kirche im Prenzaluer Berg, Fehrbelliner Straße 99, Berlin.

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Die 1897-1898 gebaute Herz-Jesu-Kirche verfügt über überlebensgroße Darstellungen der beiden Figuren und ist somit ein geeigneter Ort für diesen Vortrag.

Geschrieben von Grünewald am 9. April 2015 | Abgelegt unter 5. Ikonographie | Keine Kommentare

Lorbeer

Kirchenpädagogen werden am Lorbeer Spaß haben, weil er sich für die unterschiedlichsten Methoden eignet. Es handelt sich hier um das allseits gebräuchliche Gewürz in unserer Küche.

Nach der Darstellung von Ovid wurde die Nymphe Daphne von ihrem Vater in einen Lorbeerbaum verwandelt als der Sonnengott Apoll ihr nachstellte. Der Lorbeer wurde zum heiligen Baum des Sonnengottes. Durch die Assoziation von Musik und Weissagung mit Apoll berührte der Lorbeer dann auch Läuterungsrituale. Als heiliger Baum des Jupiters wandelte sich der Lorbeer abermals – zum Zeichen des Siegers.

Die gerettete Keuschheit der Daphne ließ sich gut auf die Jungfrau Maria übertragen, deren Worte angeblich nach Lorbeerblättern dufteten. Aber auch die Assoziation mit der Sonne und mit Läuterung und Sieg verhalf dem Lorbeer zu seinem Status als angemessen Symbol in der christlichen Kunst. Seit der Renaissance erscheinen Lorbeerblätter und -frucht besonders häufig auf Epitaphen und Grabmälern.

 

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Lorbeerblätter und -früchte umfrieden ein Grab oder zieren ein Epitaph

Methodisch kann man im Kirchenraum oder auf dem Friedhof die Darstellungen vom Lorbeer suchen lassen. Der Kirchenpädagoge / Kirchenraumpädagoge kann sie zeichnen lassen oder für Kinder ein einfaches Malblatt erstellen. Auf jedes Malblatt heftet man ein echtes Lorbeerblatt (aus dem Supermarkt), das die Kinder reiben und riechen können. Selbst schmecken dürfen sie es, da es ein Lebensmittel ist. Für Erwachsene kann man danach das Blatt in Beziehung zu Maria und Keuschheit bringen, und so auf die wechselnden Inhalte eines Symbols zu sprechen kommen.

Fotos: Grünewald

Geschrieben von Grünewald am 2. July 2014 | Abgelegt unter 5. Ikonographie | Keine Kommentare

Eiche

Die kultische Bedeutung der Eiche reicht bis in die Ur-Geschichte mehrerer Kulturen zurück. Besonders auf Grund ihrer imposanten Erscheinung und des harten, unbiegsamen Holzes wurde die Eiche zum Symbol beispielsweise für Zeus. Auch die Kelten verehrten den Baum, beides Gründe, weshalb St. Bonifazius in Geismar die Donar geweihte Eiche fällte. Die tausendjährige Eiche wird besungen – aber auch in zahlreiche christlichen Legenden eingebunden. Gerade durch die Qualität der Unbiegsamkeit wird die Eiche zum Sinnbild für Standhaftigkeit im Glauben.

 

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Oben: Eichenkranz außen an der Naumburger Wenzelskirche (15. Jahrhundert); Unten: stilisierte Eichenblätter als Fries um die Säulen der Kirchen in Wilsnack. Ähnliche Formen gibt es auf den Schlusssteinen in der Heiliggrabkapelle in Heiligengrabe.

Anders verhält es sich mit der Frucht der Eiche, der Eichel. Da sie ein typisches Futter für Schweine ist, die ihrerseits den Teufel und das Unreine symbolisieren, ist sie negativ konnotiert. Erst sehr spät, gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts verschmelzen der Baum und seine Frucht zu einer positiven Symbolik. Hierbei spielte die deutsche Waldromantik eine prägende Rolle, gegen Ende des 19. Jahrhunderts sind beide nicht mehr zu trennen.

 

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Eichenblatt und Eichel in der Tabor-Kirche, Berlin-Kreuzberg, 1903-05, E. Schwartzkopff

Alle Fotos Grünewald

Geschrieben von Grünewald am 1. July 2014 | Abgelegt unter 5. Ikonographie | Keine Kommentare

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