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Buch und Reformation

Kirchenpädagogen / Kirchenraumpädagogen, die in Kirchen des 16. Jahrhunderts arbeiten und glücklicherweise Inventar aus der Zeit haben, wissen welche enorme Rolle das gedruckte Buch bei der Reformation spielte. Buch und Reformation vertieft dieses Wissen.

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 Buch und Reformation

Beiträge zur Buch- und Bibliotheks­geschichte Mitteldeutschlands im 16. Jahrhundert

Enno Bünz | Thomas Fuchs | Stefan Rhein (Hrsg.)

Unbestritten gilt der Buchdruck zumindest im ersten Jahrzehnt der Reformation als entscheidender Faktor für die Ausbreitung der evangelischen Botschaft. Erst der Buchdruck ermöglichte den Erfolg Luthers und seiner Mitstreiter. Durch die religiöse Auseinandersetzung wurde das Buch als Vehikel des Glaubenskampfes symbolisch aufgeladen. Für die Reformatoren symbolisierten die Bücher den säkularen und theologisch-religiösen Fortschritt der evangelischen Bewegung.
Der vorliegende Sammelband thematisiert die Bedeutung des Buches im 16. Jahrhundert aus theologiegeschichtlicher und kulturhistorischer Perspektive und bietet Einzeluntersuchungen zur Buch- und Bibliotheksgeschichte in den mitteldeutschen Territorien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die einzelnen Beiträge gehen auf Vorträge der Fachtagung »Buch und Reformation« zurück, die vom 6. bis zum 8. Mai 2011 im Cranach-Haus in Wittenberg stattfand.(Verlagstext).

Evangelische Verlagsanstalt

2014, ISBN 978-3-374-03752-0, ca. 224 Seiten, Hardcover

36,00 EUR

Geschrieben von Grünewald am 12. January 2014 | Abgelegt unter Bücher | Keine Kommentare

Gesetz und Evangelium – Über ein reformatorisches Bildthema

 “Am Anfang war das Wort, und das Wort wurde Bild”. So beginnt die Rezension von Johann Hinrich Claussen über das zweibändige Werk von Heimo Reinitzer zu einem der Urthemen der lutherischen Reformation. “Angefangen hat alles offenbar mit einem französischen Holzschnitt aus den zwanziger Jahren des sechzehnten Jahrhunderts, wahrscheinlich von Geofroy Tory. Luthers Grundeinsicht war es, dass der Mensch nur durch Gottes Gnade, ohne eigene Werke zur Seligkeit gelangt. Die Anforderungen des Gesetzes kann er nicht erfüllen. Er ist auf die freie Gande des Evangeliums angewiesen. Diese aber kann er nur erfahren, wenn das Gesetz ihn vorher auf seine schlechthinnige Abhängigkeit von Gott gestoßen hat. Der Holzschnitt setzt Luthers Lehre so um, dass er einen nackten Menschen unter einen Lebensbaum setzt. Dieser teilt das Bild in zwei Hälften. Auf der linken Seite steht das Gesetz mit seinen Manifestationen, auf der rechten Seite finden sich das Evangelium und seine Zeugen.” [Auszug aus der Rezension in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2008, Nr. 188, S. N3.]

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Für das Verständnis von reformatorischen Gemälden, die vielfach dunkel und unverstanden in Kirchen hängen, ist dieses Bildprogramm grundlegend. Viele Bibel enthielten den Holzschnitt vom “Gesetz und Evangelium”, das frühzeitig für Luther von Cranach programmatisch umgesetzt wurde und dem Bild auf der Einladung zur Buchbesprechen gleicht (leider nicht das Buch selbst).

Das Werk von Reinitzer ist aufgeteilt in einem Textband und einem Band mit Abbildungen. Besonders für ehrenamtliche Kirchenpädagogen/Kirchenraumpädagogik mag der Preis abschreckend sein, doch eine gut sortierte Bibliothek oder Fernleihe können hier weiterhelfen.

“Gesetz und Evangelium – Über ein reformatorisches Bildthema”, Heimo Reinitzer, 2 Bände, 950 S., 400, teils farbige Abb., 128 Euro, Christians Verlag, Danziger Straße 35 a, 20354 Hamburg, Kontakt: Mail: verlag@christians.de

Geschrieben von Grünewald am 22. January 2011 | Abgelegt unter Bücher | Keine Kommentare