3.1. Kirchen Details

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Kapernaum Kirche, 1961, Hamburg-Horn

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Die Kapernaum Kirche in Hamburg-Horn, die nach ihrer Entwidmung in eine Moschee verwandelt werden soll, gerät hierdurch wieder in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Diese Entscheidung lag allerdings nicht mehr in den Händen der Gemeinde, die den Grundstück bereits 2005 an einen Kaufmann verkauft hatte, der hier altersgerechte Wohnungen und einen Kindergarten bauen wollte. Nachdem diese Pläne verworfen wurden, stand die Kirche wieder lange Zeit leer.

Die Kirche ist nicht mehr kirchenpädagogisch zu bespielen. Doch können Kirchenpädagogen und Kirchenführer durch eine Analyse des 1961 von Otto Kindt (1909-2006) gebauten Gotteshauses die 1960er Jahre besser verstehen. Kirche und Turm bestehen aus einem Rahmen von Betonelementen, deren Zwischenflächen mit Backstein gefüllt sind. Ein Merkmal vieler Kirchen dieser Zeit sind die großen Flächen, die weder durch Ornament noch Öffnungen unterbrochen werden. In dieser Hinsicht setzen sie die Strömungen fort, die die Neue Sachlichkeit bereits vor dem Zweiten Weltkrieg geschaffen hatte, jedoch im Dritten Reich unterbunden wurden.

Ein weiteres Merkmal der frühen 1960er Jahre sind die Fenster, die erst sehr hoch über den Köpfen der Kirchgänger ansetzen. Immer wieder gibt es bunt-farbige Fenster von wunderbarer Komplexität und Ikonographie, die jedoch keinen Blick in die Außenwelt erlauben. Ikonographisch-theologisch gesehen betont diese Gestaltung den Bezug auf den Himmel und auf die Grundsätze des Glaubens, eine Betonung, die vielerorts im Nachkriegsdeutschland zu finden ist. Am Beispiel der Kapernaum Kirche sieht man wie der hohe “Himmelsband”, der um die Kirche läuft, hinter dem Altar zum Boden herunter gezogen ist, dem Ort, an dem Gott sich Menschen in Form des Abendmahls begegnet (s. Bilder oben).

 

kapernaum-fenster-web-dsc02.jpg Ein weiteres Merkmal der frühen 1960er Jahre ist die völlige Ablehnung herkömmlicher Formen. Von besonderer Bedeutung in der Kapernaum Kirche ist die Verwendung des Rhomben. Durch die gesetzten Betonelementen sind Hunderte von Mini-Bildern entstanden, ein jedes welches allein für sich bestehen könnte.

kapernaum-fenster-2-web-dsc.jpg Schaut man ikonographisch auf kleinere Gruppen der Teilfenster, entstehen Aussagen über die christlichen Inhalte. Hier sind unschwer der Eingang zum Grab zu erkennen wie auch die darüberliegende Kuppel, die für den christliche Kirche steht.

Siehe im Vergleich hierzu die Christus-Kirche in Berlin-Kreuzberg.

Geschrieben von Grünewald am 14. February 2013 | Abgelegt unter 1961 Kapernaum | Keine Kommentare

St. Johannis, Berlin-Moabit, 1832-1935

Nach einem Entwurf von Karl-Friedrich Schinkel wurde die St. Johannis-Kirche als einschiffige Hallenkirche gebaut; sie zählt zu den vier sogenannten Vorstadt-Kirchen Schinkels in Berlin. Die Schinkel Kirche erfuhr jedoch einschneidende Erweiterungen und Umbauten, so dass der Charakter als eine “Schinkel Kirche” von Kirchenpädagogen und Kirchenführern gesucht werden muss, bevor sie diese Wurzel erkennen können.

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Das heutige Erscheinungsbild der St. Johannis-Kirche, Berlin-Moabit
Fotos: Erika Grünewald

Geschrieben von Grünewald am 27. January 2013 | Abgelegt unter 1835 St. Johannis | Keine Kommentare

Pfingstkirche, Berlin-Friedrichshain

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Die Pfingstkirche (1908) im heutigen Zustand
Foto: Erika Grünewald

Im Jahr 1908 wurde die von den Architekten Werner und Kröger entworfene Ev. Pfingstkirche eingeweiht. Sie ist die Tochtergemeinde einer Tochtergemeinde (Auferstehungskirche) der Markusgemeinde und weist damit hin auf die rapide wachsende Bevölkerung in Berlin hin. Sie wurde im 2. Weltkrieg beschädigt und lässt heute die damalige Ausmalung nur noch hier und da erahnen.

Äußerlich erscheint die Pfingstkirche als ein weiteres Beispiel der historisierenden Backsteingotik des späten 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Die Details zeigen, jedoch, wie sehr sie bereits dem Jugendstil verpflichtet ist.

pfingst-web-weinblatt-p1030.jpg Die Weinblätter und Trauben (entstammen dem Taufbecken) sind vom Gegenstand her traditionell, in der Form jedoch gehören sie bereits dem Jugendstil an. Deutlich zu erkennen ist das an der langgezogenen Blattrispe, die von unten links nach oben links in einem vollen Bogen steigt und mit einer geschwungenen Kurve wieder nach unten Rechts fällt. Dort unten läuft sie mit einer Rolle wieder zusammen. Der Rest des Blatts füllt den unteren Drittel des Feldes komplett aus. Auch der Engel am Portal zeigt in der liebevollen Rosendickicht hinter ihm den Geschmack des Jugendstils. Über dem Kopf des Engels sieht man erneut den Kielbogen, der bereits von Weitem das große Fenster über dem Portal klar kennzeichnet und die Fassade dominiert und gliedert. Er wird hier wieder aufgegriffen [s. hierzu 2.7.a.].pfingst-web-portalengel-p10.jpg

Geschrieben von Grünewald am 26. January 2013 | Abgelegt unter 1908 Pfingst | Keine Kommentare

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