2.1. Romanik

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Boethius – Tipp für Kirchenpädagogen und Kirchenraumpädagogen

 

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Frühe Darstellung der St. Michaeliskirche zu Hildesheim   Bild: Dommuseum Hildesheim

Die Lehre des Mathematiker Boethius (~480 bis 524) stellte die Lehre der Proportionen in den Mittelpunkt. Diese mathematische Lehre liegt womöglich der St. Michaeliskirche in Hildesheim zu Grunde, die von einer ausgesprochen ausgewogenen Symmetrie geprägt ist.

Geschrieben von Grünewald am 21. April 2010 | Abgelegt unter Berichte | Keine Kommentare

BERNWARDS SCHÄTZE

Die 1000-jährige Feier der Gründung von St. Michaelis in Hildesheim wurde bis Mai 2010 von einer Sonderausstellung begleitet. Dazu gab es museumspädagogische Anregungen von Nicole Moustafa, M.A. , die auch in anderen romanischen  Kirchen anwendbar sind. Hier zeigt sich die Nähe von Kirchenpädagogik und Museumspädagogik

St. Michael in Hildesheim gehört als Schlüsselbau der Architektur um das Jahr 1000 und aufgrund seiner bedeutenden hochmittelalterlichen Ausstattung zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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Das 1000jährige Jubiläum der Grundsteinlegung lenkt den Blick zurück auf die Gründungsepoche und den berühmten Stifter des Klosters Bischof Bernward von Hildesheim, der St. Michael zu seiner Grablege bestimmte und bereits damit seine besondere Verbundenheit mit dieser Stiftung dokumentierte.

Einmalig in Europa ist, dass über alle Wirren der Jahrhunderte hinweg große Teile der Gründungsausstattung der Kirche erhalten geblieben sind, darunter die bronzene Christussäule, die aus Anlass des Jubiläums nach St. Michael zurückkehren wird.

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    Bernwardkruzifix

Im Dom-Museum Hildesheim werden unter dem Titel „Bernwards Schätze“ die hochbedeutenden Stiftungen Bernwards für St. Michael präsentiert, die nach der Aufhebung des Klosters zum großen Teil in den Domschatz gelangten und so für Hildesheim gerettet werden konnten. Dazu gehören die silbernen Bernwardleuchter, das silberne Bernwardkruzifix und das sog. Kostbare Evangeliar mit dem berühmten Stifterbild, das Bernward für den Marienaltar in der Krypta bestimmt hatte. Die von Otto III. geschenkten Kreuzpartikel, die seit dem 12. Jahrhundert im kostbaren sog. Bernward-Kreuz geborgen sind und die Reste des Kanakruges gehören zu den Gründungsreliquien. Illustrierte Evangeliare und weitere liturgische Handschriften, wie das nach dem Schreiber Guntbald benannte Sakramentar waren ebenso Teil dieser Ausstattung wie die Bernward-Bibel, eine der ganz wenigen Vollbibeln ottonischer Zeit.

Aus dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel werden dem Dom-Museum zwei weitere bernwardinische Handschriften aus St. Michael als Leihgaben überlassen, darunter der erst kürzlich mit Unterstützung von Stadt und Bistum Hildesheim für die Herzog August Bibliothek aus Privatbesitz erworbene Bernward-Psalter, der erstmals seit der Bernwardausstellung 1993 in Hildesheim zu sehen sein wird.

Digital erstelltes Modell macht durch neue Technik den räumlichen Gebrauch der Kirche wieder sichtbar

Ein auf der Grundlage neuester Forschungsergebnisse erstelltes Modell der Michaeliskirche mit ihren liturgischen Orten und den monumentalen Ausstattungsstücken der Gründungszeit ergänzt diese Präsentation eines einmaligen Ensembles einer mittelalterlichen Kirchenausstattung. Die Innenansicht des Modells stellt die liturgische Landschaft der mittelalterlichen Mönchskirch dar. Die Architektur ist ganz eng auf die Liturgie eingegangen, die sich als ein komplexes Zusammenspiel dreier vrschiedener “Kirchen” erweist. Der Ostchor war den großen Versammlungen der Mönche vorbehalten, davor, am östlichen Ende des Langhauses stand das Kreuzaltar über den Gräbern zum Gedenken der Verstorbenen, während Bänke im westlichen Ende des Langhauses richteten sich auf den Westchor, wo die Messe über dem Grab des Stifters gefeiert wurde und ein Gründungsreliquie des Domes vorhanden war.

Damit bildet die Ausstellung ein wichtiges Pendant zur Michaeliskirche selbst und vermittelt den Besuchern wichtige Informationen zur Gründungszeit, dem Stifter Bischof Bernward und der liturgischen Ausstattung einer mittelalterlichen Klosterkirche.(www.dommuseum-hildesheim.de)

Museumspädagogisches Angebot zur Sonderausstellung Bernwards Schätze

Referentin: Nicole Moustafa, M.A.

Wie stifte ich eine Kirche?

Diese Führung richtet sich an SchülerInnen der Klassen 3 – 4.

Wer konnte im Mittelalter Kirchen stiften und warum tat man dies überhaupt? Was musste ein Stifter bei seinem Vorhaben bedenken und welche Probleme konnten auftreten? Diese Fragen bilden den Rahmen der Führung und werden anhand ausgewählter Exponate verdeutlicht.  

Bernwardus presul fecit hoc – Sinn und Zweck einer Kirchenstiftung und ihrer liturgischen Ausstattung im Mittelalter

Diese Führung richtet sich an SchülerInnen der Klassen 7 – 10.

Bischof Bernward von Hildesheim ist uns noch heute als Stifter seiner Grablege St. Michael sowie zahlreicher Kunstwerke bekannt. Doch was bewog ihn dazu? Diese Frage bildet den Mittelpunkt dieser Führung. Die SchülerInnen bekommen anhand ausgewählter Exponate nicht nur deren Zweck, sondern auch die Gedanken, die hinter diesen Stiftungen stehen vermittelt.

St. Michael zu Hildesheim – Romanischer Kirchenbau und dessen liturgische Ausstattung

Diese Führung richtet sich an SchülerInnen der Klassen 11 – 13 und interessierte Erwachsene.

Anhand des in der Ausstellung zu sehenden Modells von St. Michael in Hildesheim wird die Architektur romanischer (Kloster-)Kirchen sowie ihre liturgische Ausstattung veranschaulicht.

Kreativ-Einheiten

Die Kreativ-Einheiten richten sich an SchülerInnen der Klassen 3 – 7.

Im Anschluss an eine Führung kann noch zusätzlich eine Kreativ-Einheit angefügt werden. Je nach Thema der Einheit wird auf dieses während der vorangehenden Führung ein besonderes Augenmerk gerichtet.

KE 1: Wir stellen unser eigenes Siegel/ unseren eigenen Stempel her

KE 2: Wir entwerfen ein eigenes Monogramm

KE 3: Wir stellen Reliquienbeutel für einen besonderen Gegenstand her

Dauer: Führungen: 1 Stunde, Kreativ-Einheiten 30 – 45 Min.

Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung von Dr. Claudia Höhl, Dommuseum Hildesheim

Geschrieben von Grünewald am 19. April 2010 | Abgelegt unter Berichte | Keine Kommentare

Romanische Kirchen in Waldeck

Lippoldsberg, Twiste, Ober-Werba – Perlen der deutschen Romanik? Dies sind nicht die Namen, die uns spontan einfallen. Dennoch gibt es in der Ferienregion Waldeck im Nordwesten Hessens eine bisher unerkannte Dichte romanischer Kirchen kleinerer und mittlerer Größe. Unter den 38 vorgestellten Dorf-, Kleinstadt- und ehemaligen Klosterkirchen sind einige sogar erst während der Zusammenstellung des vorliegenden Buches (wieder)erkannt worden. Waldeck – das unendekte Land.

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Xenia Stolzenburg, Romanische Kirchen in Waldeck

Gut recherchiert, kompetent, aber keineswegs fachlastig geschrieben , stellt das Buch die Kirchen auf 95 Seiten so vor, dass man nach den pertinenten Zeugnissen vergangener Bauzeiten suchen und die Reste gut erkennen kann. Die reizvollen Räume werden mit dem ihnen gebührenden Umfang gewürdigt. Sind wenige Spuren der Romanik noch vorhanden, fällt die Beschreibung kürzer aus, entsprechen die Anlagen eher ihrem ursprünglichen Ausmaß, wird ihnen mehr Raum eingeräumt. Auf die Frage hin, warum  auf derart engem Raum so viele Kirchen romanischer Ausprägung heute noch vorhanden sind, gibt die Autorin Xenia Stolzenburg die Jahrhunderte lange Armut der kargen Region als einen Grund an. Gemeinden konnten es sich nicht leisten, immer größere, modernere Bauten hinzustellen, noch immer mit der Mode mit zu gehen. Stattdessen haben sie liebevoll restauriert oder nach Katastrophen wieder aufgebaut. Das Ergebnis ist eine heute kaum zu glaubende Dichte alter Bausubstanz.

Das Buch lässt sich leicht in die Tasche stecken und sollte weder beim Radwandern, Urlaub noch Wanderungen durch Waldeck fehlen. Eine kleine Karte auf der Coverinnenseite hilft, die Kirchen zu lokalisieren.

Xenia Stolzenburg, “Romanische Kirchen in Waldeck”, Hg. im Auftrag des Waldeckischen Geschichtsvereins e.V. von Jürgen Römer

Berlin/München: Deutscher Kunstverlag 2009, ISBN 978-3-422-02147-1, 96. S, €8,00.

Geschrieben von Grünewald am 28. June 2009 | Abgelegt unter Bücher | Keine Kommentare

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