2.1. Romanik

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Würfelkapitell

Kunstgeschichte für Kirchenpädagogen

Das Würfelkapitell gehört zu den Grundtypen romanischer Kapitelle. Es taucht bereits in der karolingischen Baukunst auf (9. Jahrhundert), ebenfalls in der ottonischen (10.-11. Jahrhundert) und ist in der romanischen Kunst des 12. Jahrhunderts fest etabliert.

Segeberg Würfelkapitell

Würfelkapitell der St. Marienkirche, Bad Segeberg, 12. Jahrhundert

Im vorliegenden Fall wird das Würfelkapitell auch Tellerkapitell genannt, aufgrund des Halbkreises, der einen halben Teller als Verzierung erzeugt. In diesem Fall ist der Teller zusätzlich mit einem Schachbrettmuster gefüllt, von einem ornamentalen Band umschlossen.

Text und Foto: Erika Grünewald

Geschrieben von Grünewald am 30. March 2009 | Abgelegt unter Bilder | Keine Kommentare

Trapetz- oder Pyramindenkapitell

Kunstgeschichte für Kirchenpädagogen

Das Trapeztkapitell bekommt seinen Namen von der Trapetzform oder der auf dem Kopf stehenden Pyramidenform. Es liegt vielen romanischen Kapitellen zugrunde, die aufwändig verziert wurden.

Im gezeigten Beispiel bekrönt es eine Vierpaßsäule. Der Querschnitt durch die Säule zeigt einen Vierpaß, als wären vier Säulchen aneinander geschoben und vereint worden. Das Kapitell widerspiegelt diese Form, indem es quasi vier “Gesichter” zeigt. Hier sind sie mit Palmetten verziert, einer Abwandlung des Akanthusblattes. Ein Bändchen durchschlengelt die Blätter und verläuft parallel zum Rundstababschluss, der das Kapitell von der Säule absetzt. Zusammen erzeugen das Bändchen und der Rundstababschluss optischen Zusammenhalt und verleihen dem Kapitell einen ruhigen, gediegenen Ausdruck.

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Trapetzkapitell der St. Marienkirche in Bad Segeberg

Es besteht die Möglichkeit, dass es sich beim Trapetzkapitell um die ur-romanische Form der Kapitelle handelt (Romanik, Könemann Verlag). Andere sehen die Form als eine Weiterentwicklung des Würfelkapitells (Wilfried Koch, Baustilkunde). Beide Formen existieren nebeneinander in der Marienkirche in Bad Segeberg. Die Kirche wird 1199 urkündlich erfasst; sie dürfte im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts errichtet worden sein.

Text und Foto: Erika Grünewald

Geschrieben von Grünewald am 30. March 2009 | Abgelegt unter Bilder | Keine Kommentare

Der Jakobsweg in Frankreich

Romanische Kunst entlang der Pilgerrouten

 

Droste

Zur Zeit der größten Popularität der Pilgerfahrt im 11. und 12. Jahrhundert strömten jährlich zwischen 200 000 und 500 000 Jakobspilger die vier Hauptwege entlang durch Frankreich, in Richtung Santiago de Compostela. Thorsten Droste und Henri Gaud stellen mit ihrem opulenten Buch Der Jakobsweg in Frankreich diese Pilgerwege in Richtung Spanien eindrucksvoll vor. Mit großer Sachkenntnis lassen die Autoren die Via Touronensis, Via Lemovicensis, Via Podiensis und Via Tolosana in Buchform wieder entstehen. In Wort und Bild erläutern sie die Kirchen und die Bauschulen der Landschaften, durch die die Wege heute wie damals führen. Gesamtaufnahmen und plastische Details präsentieren Bauwerke, die zu jener Blütezeit entstanden: neben den romanischen Kirchen auch Pilgerhospize und Krankenstationen zur Organisation und Pflege der Pilgerscharen.

 

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Geschrieben von Grünewald am 19. February 2009 | Abgelegt unter Bücher,Bücher | Keine Kommentare

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