b. 1918-1933

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Otto Bartning 2011/2012

Otto Bartning gehört zu den herausragenden Architekten des 20. Jahrhunderts. Die expressionistische “Sternenkirche” (nie errichtet), die Pressa-Kirche (die erste als Fertigbausatz errichtete Kirche, im Krieg zerstört), die Gustav-Adolf-Kirche (Berlin) und in besonderer Weise die Notkirchen der Nachkriegszeit haben sich in das Gedächtnis eingeprägt. Wiederholt prägte Bartning den Bau der Kirchen, die wir heute als „klassisch-modern“ bezeichnen.

Das Verständnis für Bartnings Leistung zu fördern ist das Anliegen der Otto Bartning-Arbeitsgemeinschaft Kirchenbau e.V.  (OBAK). Für  das Jahr 2011/2012 plant sie eine Reihe von Veranstaltungen. In dem unten stehenden Link werden die zahlreichen Möglichkeiten aufgeführt, sich näher mit der Architektur Bartnings vertraut zu machen.

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Die Gustav-Adolf-Kirche von Otto-Bartning (Berlin)

Für Kirchenpädagogen/Kirchenraumpädagogen, die sich mit dem Kirchenbau des 20. Jahrhunderts auseinandersetzen wollen, ist gerade das Wissen um die Architektur der Jahre “zwischen den Kriegen” und um das Ringen um die Loslösung von den Idealvorstellungen der vorangegangenen zwei Jahrhunderten grundlegend. Nicht zuletzt der Kampf gegen Expressionismus und Entlehnungen aus dem Industriebau hat den Bau von “angemessenen Kirchen” geprägt. Bartnings weltberühmte “Sternenkirche” gehörte dem Expressionismus an, selbst die Gustav-Adolf-Kirche (1932-34) trägt noch Spuren davon in sich. Mit Fotos und Vergleichsmaterial können Kirchenpädagogen und Kirchenraumpädagogen auf die Spur der Notkirchen in ihrer Nähe gehen. Selbst die Architektur der 50er Jahre ist noch vor diesem Hintergrund zu bewerten.

Bartning 2011/2012

Geschrieben von Grünewald am 18. May 2011 | Abgelegt unter b. 1918-1933 | Keine Kommentare

Die Gustav-Adolf-Kirche in Berlin-Charlottenburg und ihr Architekt Otto Bartning

Im Herbst 2009 ist eine Festschrift zum 75. Jahrestag der Einweihung der Gustav-Adolf-Kirche in Berlin-Charlottenburg, des “hervorragendsten und überzeugendsten Beispiels für die Berliner Kirchenbaukunst zwischen den Kriegen”, herausgegeben worden. In mühevoller Liebe zum Detail sind Fotos der Kirche im Originalzustand,  nach der Zerstörung im Krieg sowie nach dem Wiederaufbau zusammengetragen worden. Wertvolle Bestände von unterschiedlichen Hölzern und farbig glasierten Kacheln sind für immer verloren, aber die wieder hergestellte Kirche verdeutlicht die Nähe des fünfzigjährigen Bartnings zum farbenfrohen Expressionismus, und die vielen Farbfotos sind zugleich ein Augenschmaus. Selbst unter Anwendung anderer Materialien ist der Versuch spürbar, im renovierten Zustand das originäre Raumgefühl zu erhalten.

Gustav-Adolf

 Das Buch ist weit mehr als eine Ansammlung von Fotos. Sechs Rubriken berichten u.a. über die Erfahrungen der Gemeinde mit der avantgardistischen Gustav-Adolf-Kirche, über den Platz, den die Kirche im Leben Otto Bartnings einnahm, über das Leben von Bartning selbst, den bedeutendsten evangelischen Architekt des 20. Jahrhunderts. Die Beiträge sind gut geordnet, klar geschrieben und kurzweilig.

Für Kirchenpädagogen, die sich für die Kunst und Kirchen der Weimarer Republik interessieren – die Kirche wurde zwar 1933 geweiht, doch die früher fertiggestellten Pläne blieben unverändert – liefert das Buch Einsichten in die Zeit und den Geist des Kirchenbaus der frühen 30er Jahre.

Die Gustav-Adolf-Kirche in Berlin-Charlottenburg und ihr Architekt Otto Bartning. Festschrift zum 75. Jahrestag der Einweihung.

Herausgeber: Ev. Gustav-Adolf-Kirchengemeinde mit der Otto Bartning-Arbeitsgemeinschaft Kirchenbau (OBAK)

Berlin: 2009, 9,50 € im Handel, bei der Gemeinde und der OBAK [Dietzgenstraße 92, 13156 Berlin-Pankow, bartning-kirchen@gmx.de]

Geschrieben von Grünewald am 16. January 2010 | Abgelegt unter b. 1918-1933 | Keine Kommentare