d. ab 1948

Du befindest dich im Themenbereich von Forum-Kirchenpädagogik.

Vorkriegsformen in Nachkriegskirchen

Um den Bedarf an Kirchen nach den Zerstörungen und Völkerverschiebungen am Ende des Zweiten Weltkriegs abzudecken, wurden Ideen aufgegriffen, die bereits vor 1933 entstanden. Das Resultat waren Kirchen, die, heute betrachtet, bisweilen befremden. Beim Wettbewerb mit der Industrie um die Höhe im städtischen Profil griffen Architekten der 20er Jahren zu Formen, die der Industrie selbst entstammten. Entwürfe für Glockentürme, beispielsweise, zeigen Designs, die sich von  Kohlefördertürmen kaum unterscheiden. Andere griffen unverhohlen zum Schornstein. Diese Entwürfe überlebten den Zweiten Weltkrieg in Schubladen und tauchten in Nachkriegskirchen wieder auf. Für die Kirchenpädagogik stellt sich somit das Datieren einer Kirche als Problem dar. Das nachfolgende Beispiel zeigt die Kirche Zu den Zwölf Aposteln in Hamburg-Lurup. Sie wurde 1957/58 vom Architekten F. Kraft errichtet und mit Glasfenster von Siegfried Assmann ausgestattet. Gleichzeitig zeigt der Glockenturm über deutlich die Entlehnung aus der industriellen Formsprache.

zwoelf-aposteln-hh-web-dsc0.jpg

Zu den Zwölf Aposteln, Hamburg-Lurup, 1957/58, Architekt F. Kraft 

zwoelf-aposteln-innen-web2.jpg

Trapezförmige Decke im Innenraum der Kirche Zu den Zwölf Aposteln

Aber auch andere Teile der Kirche kommen direkt vom Reißbrett der 20er Jahre. Expressionistische Elemente, in ihrer Eignung als würdige Formen für eine Gotteshaus heiß umstritten, prägen ebenfalls den Kirchenbau. Die trapezförmige Decke wurde 1926 von Emil Heynen für die Heilandskirche in Hamburg-Winterhude verwendet und ein Jahr später in der Bugenhagenkirche in Hamburg-Barmbek. Sie erzeugten einen Aufschrei sowohl der Begeisterung als auch der Empörung, denn sie wurde mit einem Tanzsaal oder Kino verglichen. Die Luruper Kirche greift die Trapezform wieder auf. Heynen hat Betonquerbinder verwendet, um den Einraum zu erzeugen. Heute sind wir an diese strukturelle Möglichkeit derart gewöhnt, dass uns der Blick für die bahnbrechende Neuigkeit der 20er Jahre verstellt ist.


 

 

Geschrieben von Grünewald am 29. August 2009 | Abgelegt unter d. ab 1948 | Keine Kommentare

Moderne Kirchen erschließen

Moderne Kirchen – bilderlose Räume – stellen uns immer wieder vor neue Herausforderungen. Die folgenden Schritte, die in der Neuen St. Nikolai-Kirche in Hamburg-Harvestehude über mehrere Jahre entwickelt wurden, zeigen einen neuen Zugang zum Kirchenraum. Sie orientieren sich nicht an herkömmliche Methoden der Symbolzuordnung oder Raumausmessung. Sie zeigen die Kirche als einen Raum, der in komplexer Weise zur Sprache kommt.

Bereits die Lage der Kirche lässt die übliche Außenbegehung nicht zu. Die Nikolai-Kirche von Gerhard Langmaack liegt weder in der Straßenflucht, noch kann man sie umschreiten. Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie 1960 in einem alten Wohnviertel “auf Lücke” gebaut. Das bedeutet, dass andere Themen gesucht werden müssen.

Nikolai-außen-web     Nikolai-Chorraum

Die Nikolai-Kirche ist ein Raum voller SPRACHE.

Geschrieben von Grünewald am 7. June 2009 | Abgelegt unter 1960 Neue Nikolai,d. ab 1948 | Keine Kommentare

Nachkriegskirchen in Hamburg

Hamburg besitzt mehrere Kirchen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Aufmerksamkeit einfordern, aber auch provozieren. Hier werden in lockeren Abständen immer wieder neue vorgestellt.

Kolbe-außen    Kolbe-innen

 Die Maximilian-Kolbe-Kirche in Hamburg-Wilhelmsburg

Geschrieben von Grünewald am 31. March 2009 | Abgelegt unter d. ab 1948 | Keine Kommentare

Nächste Einträge »