Täuschend echte Wandbemalung

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Deutsches Band täuschend echt gemalt

Im späten 19. Jahrhundert nahmen Ausmalungen in den Innenräumen extreme Detailtreue an. Das “Deutsche Band”,  bei dem eine einzelne Reihe Backsteine um 45° über Eck zum restlichen Mauerverband gesetzt wurde, schuf mit sehr einfachen Mitteln ein sich plastisch abhebendes Ornament. Die Bezeichnung bezieht sich auf die Herkunft des Musters aus der mittelalterlichen Norddeutschen Backsteingotik. Im 19. Jahrhundert erfreute sich dieses bauliche Element einer enormen Beliebtheit. Noch heute ist es auf Kirchen, Geschäftsgebäuden, öffentlichen Räumen oder auch auf einfachen Scheunen  zu sehen. Auch bei Kirchenführungen wird es immer wieder zu finden sein und ließe sich kirchenpädagogisch in einer Suchaufgabe, in der Geschichte der Kirchbauten oder in einer Außenbegehung verwenden.

Im vorliegenden Fall befindet sich das Band auf der Innenwand einer ehemaligen Klosterkirche in Mecklenburg. Das Besondere hierbei ist, dass im 19. Jahrhundert die mittelalterlichen Wand nicht nachträglich verändert, sondern das Band täuschend echt aufgemalt wurde, inklusive Schatten und perspektivischer “Verdrehung”.

Grünewald 12. August 2009 Beiträge Keine Kommentare Trackback URI

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