Himmlische Botschaften!

 Der Fall des Menschen, seine Verfehlung und Rettung

Gemälde und Zeichnungen

24. November 2013 bis 2. März 2014

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Heinrich Carl Anton Mücke (1806 Breslau – 1891 Düsseldorf)

Übertragung des Leichnams der heiligen Katharina zum Berg Sinai, 1836/40

Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Die Ausstellung erschließt christliches Bildprogramm in Gemälden und Zeichnungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts aus dem Bestand des Museums Georg Schäfer. Sie umfasst Botschaften des Neuen Testaments – von Christi Geburt über die Verkündigung zur Auferstehung (Saal 8). Starstücke der Nazarenerkunst wie Philipp Veits Die Darstellung im Tempel und Josef von Führichs Die Verkündigung der Geburt Mariens an die Heilige Anna feiern die Ankunft und das Erkennen des Messias. Klassische Bildthemen wie Der Stern von Bethlehem, Die drei Weisen aus dem Morgenland, Anbetung der Hirten und Die Krönung Mariens werden im Einzelnen auf entsprechende Überlieferungen der Bibel zurückgeführt und lassen die individuelle Interpretation des Künstlers aufscheinen.

 

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Ludwig Schnorr von Carolsfeld (1788 Königsberg – 1853 Wien)

Der letzte Mensch, 1831

Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Die Genremalerei überführt diesen Motivschatz in ein verweltlichtes Fest. Anklänge an Christi Geburt werden als Geschenk in den Alltag übersetzt, so bei Ernst Karl Georg Zimmermann, Friedrich Wasmann und Pius Ferdinand Messerschmitt (Saal 7). Die christliche Botschaft der Nächstenliebe kommt in verschiedenen Darstellungen zum Ausdruck, in Lorenzo Quaglios Armenspeisung in einer Klostervorhalle und in Ferdinand Georg Waldmüllers volkstümlichem Christmorgen. Die biblische Aussage der Nächstenliebe greift der romantisch-klassizistisch geprägte Friedrich Preller d. Ä. mit Der barmherzige Samariter auf.

Nachdem im Entree Ernst Barlachs expressive Holzskulptur Sterndeuter I die göttliche Botschaft hoffnungsvoll erbittet und zum Meditieren auffordert, eröffnet nachfolgend der Saal 5 Motivschätze des Museums Georg Schäfer zu den göttlichen Botschaftern, den Helfern und Rettern: dem Schutzengel, Verkündigungsengel, Engel der Inspiration, Engel als Überbringer von erlösenden Nachrichten und Engel der Anbetung.

In dialektischer Methode folgen Werke, die Verfehlungsgeschichten des Menschen beschreiben: die Bosheit des Menschen, seine Habgier, Selbstüberschätzung, Maßlosigkeit und seinen Ungehorsam (Saal 6). Drastisch setzen Künstler wie Johann Wilhelm Schirmer, Julius und Ludwig Schnorr von Carolsfeld, Johann Friedrich Overbeck oder Eduard Jakob von Steinle Gottes Sanktionierung um, in Werken wie Die Austreibung aus dem Paradies, Die Sintflut, Der Turmbau zu Babel, Menetekel. Als Quelle dient hauptsächlich das Alte Testament, ferner Legenda Aurea und apokryphe Überlieferungen.

 „Im Versteck“ befindet sich eine Kinderecke, in der auch Erwachsene willkommen sind. Zu bestaunen ist aus Nahsicht das Gemälde Die Klostersuppe von Waldmüller (nach Saal 8, hinter der Brücke). Ludwig von Zumbusch bietet überdies ein anschauliches Beispiel für die Verniedlichung und Trivialisierung des Engels als feisten Putto, welcher besonders seit dem Barock Verbreitung fand. Ein Kind als Engel (Saal 5).

 

Grünewald 17. January 2014 Beiträge Keine Kommentare Trackback URI

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