Eiche

Die kultische Bedeutung der Eiche reicht bis in die Ur-Geschichte mehrerer Kulturen zurück. Besonders auf Grund ihrer imposanten Erscheinung und des harten, unbiegsamen Holzes wurde die Eiche zum Symbol beispielsweise für Zeus. Auch die Kelten verehrten den Baum, beides Gründe, weshalb St. Bonifazius in Geismar die Donar geweihte Eiche fällte. Die tausendjährige Eiche wird besungen – aber auch in zahlreiche christlichen Legenden eingebunden. Gerade durch die Qualität der Unbiegsamkeit wird die Eiche zum Sinnbild für Standhaftigkeit im Glauben.

 

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Oben: Eichenkranz außen an der Naumburger Wenzelskirche (15. Jahrhundert); Unten: stilisierte Eichenblätter als Fries um die Säulen der Kirchen in Wilsnack. Ähnliche Formen gibt es auf den Schlusssteinen in der Heiliggrabkapelle in Heiligengrabe.

Anders verhält es sich mit der Frucht der Eiche, der Eichel. Da sie ein typisches Futter für Schweine ist, die ihrerseits den Teufel und das Unreine symbolisieren, ist sie negativ konnotiert. Erst sehr spät, gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts verschmelzen der Baum und seine Frucht zu einer positiven Symbolik. Hierbei spielte die deutsche Waldromantik eine prägende Rolle, gegen Ende des 19. Jahrhunderts sind beide nicht mehr zu trennen.

 

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Eichenblatt und Eichel in der Tabor-Kirche, Berlin-Kreuzberg, 1903-05, E. Schwartzkopff

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Grünewald 1. July 2014 5. Ikonographie Keine Kommentare Trackback URI

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