Lorbeer

Kirchenpädagogen werden am Lorbeer Spaß haben, weil er sich für die unterschiedlichsten Methoden eignet. Es handelt sich hier um das allseits gebräuchliche Gewürz in unserer Küche.

Nach der Darstellung von Ovid wurde die Nymphe Daphne von ihrem Vater in einen Lorbeerbaum verwandelt als der Sonnengott Apoll ihr nachstellte. Der Lorbeer wurde zum heiligen Baum des Sonnengottes. Durch die Assoziation von Musik und Weissagung mit Apoll berührte der Lorbeer dann auch Läuterungsrituale. Als heiliger Baum des Jupiters wandelte sich der Lorbeer abermals – zum Zeichen des Siegers.

Die gerettete Keuschheit der Daphne ließ sich gut auf die Jungfrau Maria übertragen, deren Worte angeblich nach Lorbeerblättern dufteten. Aber auch die Assoziation mit der Sonne und mit Läuterung und Sieg verhalf dem Lorbeer zu seinem Status als angemessen Symbol in der christlichen Kunst. Seit der Renaissance erscheinen Lorbeerblätter und -frucht besonders häufig auf Epitaphen und Grabmälern.

 

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Lorbeerblätter und -früchte umfrieden ein Grab oder zieren ein Epitaph

Methodisch kann man im Kirchenraum oder auf dem Friedhof die Darstellungen vom Lorbeer suchen lassen. Der Kirchenpädagoge / Kirchenraumpädagoge kann sie zeichnen lassen oder für Kinder ein einfaches Malblatt erstellen. Auf jedes Malblatt heftet man ein echtes Lorbeerblatt (aus dem Supermarkt), das die Kinder reiben und riechen können. Selbst schmecken dürfen sie es, da es ein Lebensmittel ist. Für Erwachsene kann man danach das Blatt in Beziehung zu Maria und Keuschheit bringen, und so auf die wechselnden Inhalte eines Symbols zu sprechen kommen.

Fotos: Grünewald

Grünewald 2. July 2014 5. Ikonographie Keine Kommentare Trackback URI

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