Glasfenster kreativ umgesetzt – für Schüler und Erwachsene

Erika Grünewald, Hamburg

Kreative Möglichkeiten der Kirchenpädagogik: Glasfenster mit darstellendem Inhalt können wie alle Bilder abgezeichnet oder in Anlehnung an Bibliodrama nachgestellt werden, um ihre Inhalte und Wirkung zu ergründen. Dennoch bieten Glasfenster eine zusätzliche Dimension: Sie leuchten und verwandeln sich je nach Witterung und Tageszeit. Diesen Charakter können Besucher aufgreifen.

Anregungen:

Zeichenblatt: Die Bleikonturen zur Umrandung von Malflächen verwandeln. Dafür die Bleikonturen selbst abzeichnen oder nach dem Kopieren einer Bildvorlage die bunten Flächen ausweißen. Die anschließende Vorlage kopieren. Eine leichte Ölschicht auf dem fertigen Bild erhöht die Leuchtkraft der Wachsmalstifte.

Transparentbild: das Maßwerk oder die Bleikonturen auf schwarzes A4 Tonpapier übertragen. Die Innenflächen ausschneiden und durch Buntpapier ersetzen (Einzelarbeit). Durch ein Motiv aus der eigenen „Kirche um die Ecke“ können Lehrer eine thematische Mappe ergänzen. Für Gruppenarbeit kann dasselbe Verfahren auf größeres Papier verwendet werden. Die Seiten ggf. mit Pappstreifen stabilisieren.

Mosaik: Betonglasfenster der Nachkriegskirchen können mit Buntpapier (auch buntes Druckerpapier) als Mosaik auf schwarzes Papier nachgebildet werden. Das Schwarze trägt der dickeren Betonwand Rechnung (s. Beispiele unten).

Wunschfenster: Die schachbrettartig verglasten Fenster besonders der Nachkriegszeit können wie beim Transparentbild vorbereitet werden, doch statt mit Buntpapier, mit kreativen Darstellungen gefüllt werden.

Suchaufgabe 1: Fotos von Details der Fenster in Schützhüllen legen (häufig geben Postkarten oder Kirchenchroniken eine Starthilfe), und sie suchen lassen. Auch das gesamte Fenster kann aus den Details wie ein Puzzle zusammengesetzt werden.

Suchaufgabe 2: Wiederkehrende Elemente wie die „Klammer“ der Schreiter-Fenster (vgl. Ulmer Münster) oder die Rechtecke des Richter-Fensters (Kölner Dom) aus farblich passendem Papier ausschneiden. Die Formen suchen und besprechen. Anschließend mit weiterem Papier individuell zu einem Fenster zusammensetzen; die abstrakte Linien (besonders die dünnen Bleiruten bei Schreiter) ggf. mit schwarzen Filz- oder Wachsmalstiften ergänzen.

Suchaufgabe 3: Oft erhielt der Künstler eines abstrakten Fensters einen Leitspruch von der Gemeinde oder dem Architekten. Den Leitspruch als Suchaufgabe vorgeben und für das Gespräch einsetzen.

Vorausschau: Die Aufgabe, bereits im Vorwege ein Fenster zum Leitspruch herzustellen, fördert besonders in Erwachsenen ein Bewusstsein für die künstlerische Gestaltung des Originals. Dafür schwarzes A5 oder A4 Papier mit Buntpapier (Kopierpapier) bekleben und die möglichen Formen auf die des Originals beschränken. Erst anschließend das Fenster besichtigen.

Beispiel: Das Glasfenster (Ernst-Günther Hansing) der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Hamburg-Altrahlstedt (Otto Andersen, 1966 eingeweiht) füllt den Altarraum völlig aus. Das geklebte Bild (anonym) entstand vor der Führung.

Das Fenster der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Hamburg

Das Fenster der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Hamburg

Das nachempfundene Fenster

Das nachempfundene Motiv

Grünewald 9. October 2008 1.2 Glasmalerei Keine Kommentare Trackback URI

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