Archiv für das Tag 'Cranach'

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Gesetz und Evangelium – Über ein reformatorisches Bildthema

 “Am Anfang war das Wort, und das Wort wurde Bild”. So beginnt die Rezension von Johann Hinrich Claussen über das zweibändige Werk von Heimo Reinitzer zu einem der Urthemen der lutherischen Reformation. “Angefangen hat alles offenbar mit einem französischen Holzschnitt aus den zwanziger Jahren des sechzehnten Jahrhunderts, wahrscheinlich von Geofroy Tory. Luthers Grundeinsicht war es, dass der Mensch nur durch Gottes Gnade, ohne eigene Werke zur Seligkeit gelangt. Die Anforderungen des Gesetzes kann er nicht erfüllen. Er ist auf die freie Gande des Evangeliums angewiesen. Diese aber kann er nur erfahren, wenn das Gesetz ihn vorher auf seine schlechthinnige Abhängigkeit von Gott gestoßen hat. Der Holzschnitt setzt Luthers Lehre so um, dass er einen nackten Menschen unter einen Lebensbaum setzt. Dieser teilt das Bild in zwei Hälften. Auf der linken Seite steht das Gesetz mit seinen Manifestationen, auf der rechten Seite finden sich das Evangelium und seine Zeugen.” [Auszug aus der Rezension in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2008, Nr. 188, S. N3.]

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Für das Verständnis von reformatorischen Gemälden, die vielfach dunkel und unverstanden in Kirchen hängen, ist dieses Bildprogramm grundlegend. Viele Bibel enthielten den Holzschnitt vom “Gesetz und Evangelium”, das frühzeitig für Luther von Cranach programmatisch umgesetzt wurde und dem Bild auf der Einladung zur Buchbesprechen gleicht (leider nicht das Buch selbst).

Das Werk von Reinitzer ist aufgeteilt in einem Textband und einem Band mit Abbildungen. Besonders für ehrenamtliche Kirchenpädagogen/Kirchenraumpädagogik mag der Preis abschreckend sein, doch eine gut sortierte Bibliothek oder Fernleihe können hier weiterhelfen.

“Gesetz und Evangelium – Über ein reformatorisches Bildthema”, Heimo Reinitzer, 2 Bände, 950 S., 400, teils farbige Abb., 128 Euro, Christians Verlag, Danziger Straße 35 a, 20354 Hamburg, Kontakt: Mail: verlag@christians.de

Geschrieben von Grünewald am 22. January 2011 | Abgelegt unter Bücher | Keine Kommentare

Cranach in der Kirchenpädagogik

Lucas Cranach der Ältere ist eine Schlüsselfigur der Reformation. Geschult und erfolgreich in der spätgotischen, katholischen Tradition, schloss sich Cranach Martin Luther an und schuf eine programmatische Kunst der Reformation. Dennoch wurde Cranach weiterhin mit Aufträgen für katholische Standorte beauftragt.

Ein Problem bei der Bewertung der Arbeit von Lucas Cranach ist die Bestimmung seiner Eigenhändigkeit. Der äußerst begehrte Künstler unterhielt einen umfangreichen Werkstatt. Cranach wurde nicht allein mit Altären und Epitaphen beauftragt, sondern illustrierte mit Holzschnitten die von Luther übersetzte Bibel, bemalte Schlitten, stellte Bühnendekoration her und katalogisierte Kunstsammlungen. Für die Bewältigung dieser Aufträge verteilte er Aufgaben an mehr oder auch weniger begabte Mitarbeiter. Wir sprechen deshalb oft von der “Cranach Schule”. Doch worin bestand die Eigenschaften Cranachs und wie kann der Kirchenpädagoge sich dem Bild nähern?

Beweinung Christi
Beweinung Christi, Cranach-Werkstatt.    St. Marienkirche, Berlin,     Foto: A. Mieth

Das Bild oben zeigt Charakteristika, die in der Tradition Cranachs  stehen. Die Gruppe um das Leichnam Christi zeigt Den ganzen Beitrag lesen »

Geschrieben von Grünewald am 23. October 2009 | Abgelegt unter Beiträge | Keine Kommentare