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Cranach in der Kirchenpädagogik

Lucas Cranach der Ältere ist eine Schlüsselfigur der Reformation. Geschult und erfolgreich in der spätgotischen, katholischen Tradition, schloss sich Cranach Martin Luther an und schuf eine programmatische Kunst der Reformation. Dennoch wurde Cranach weiterhin mit Aufträgen für katholische Standorte beauftragt.

Ein Problem bei der Bewertung der Arbeit von Lucas Cranach ist die Bestimmung seiner Eigenhändigkeit. Der äußerst begehrte Künstler unterhielt einen umfangreichen Werkstatt. Cranach wurde nicht allein mit Altären und Epitaphen beauftragt, sondern illustrierte mit Holzschnitten die von Luther übersetzte Bibel, bemalte Schlitten, stellte Bühnendekoration her und katalogisierte Kunstsammlungen. Für die Bewältigung dieser Aufträge verteilte er Aufgaben an mehr oder auch weniger begabte Mitarbeiter. Wir sprechen deshalb oft von der “Cranach Schule”. Doch worin bestand die Eigenschaften Cranachs und wie kann der Kirchenpädagoge sich dem Bild nähern?

Beweinung Christi
Beweinung Christi, Cranach-Werkstatt.    St. Marienkirche, Berlin,     Foto: A. Mieth

Das Bild oben zeigt Charakteristika, die in der Tradition Cranachs  stehen. Die Gruppe um das Leichnam Christi zeigt Den ganzen Beitrag lesen »

Geschrieben von Grünewald am 23. October 2009 | Abgelegt unter Beiträge | Keine Kommentare

Ikonographie oft mehrdeutig

Auch wenn Nachschlagewerke zur Ikonographie den Eindruck der Klarheit vermitteln wollen, sind Attribute (Symbole, die auf andere Inhalte hinweisen) oft nicht eindimensional. Im nachfolgenden Detail aus einem barocken Epitaph hält ein Engelchen (Putto) eine Sichel und ein Büschel Korn in der Hand. Da es sich auf einem Epitaph befindet, weist die Sichel auf den Tod hin. Die Ähren, jedoch, sonst schnell mit dem Abendmahl in Verbindung gebracht, werden in derselben Hand gehalten. Diese Zusammenstellung erhöht die Bedeutung zur Frage nach “der Ernte”, nach dem Ertrag des Lebens des Verstorbenen. Dass sein Leben “ertragreich” und “siegreich” war, deutet der nach oben gerichtete Blick des Putten an.

Es gibt in diesem Zusammenhang eine erweiterte Bedeutung für die Kornähren. In dieser Zusammenstellung – auf einem barocken Epitaph – symbolisieren sie zudem die Auferstehung Christi und somit auch die Hoffnung auf die Auferstehung des Verstorbenen. Überhöht wird die Bedeutungsspielerei dadurch, dass der Verstorbene der Familie Korn angehörte.

Engel-mit-sichel

Sichel und  Korn auf dem Epitaph der Familie Korn

Für Kirchenpädagogen empfehlen sich daher Ikonographie-Lexika, die nicht nur Symbole deuten, sondern auch deren zeitlichen Wandel und Kontext erläutern.

St. Marienkirche, Berlin, Foto Erika Grünewald 2009

Geschrieben von Grünewald am 14. August 2009 | Abgelegt unter Bilder | Keine Kommentare